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Tristan und Yseult Tournee-Konzert

Die tragische Liebesgeschichte von Tristan und Isolde geht auch heute noch zu Herzen – fast tausend Jahre nach ihrer Entstehung. Tristan, engster Freund des Königs Marke von Cornwall, und Isolde, die Königstochter aus Irland, stammen aus ehemals feindlich gesinnten Häusern, werden aber durch einen Liebestrank untrennbar miteinander verbunden. Diese Liebe können sie nur heimlich ausleben, da Isolde eigentlich König Marke zur Frau versprochen ist. Schließlich wird ihre Verbindung entdeckt, beide Liebenden sterben. Überliefert ist dieser Mythos, dessen Ursprung vermutlich im keltischen Sagenschatz liegt, bereits im Mittelalter in verschiedenen Versionen von französischen, englischen und deutschen Dichtern. Im 19. Jahrhundert wurde der Stoff durch Richard Wagners Vertonung erneut sehr populär.

Der RIAS Kammerchor stellt nun eine neue Auseinandersetzung mit dem Thema vor, die Komposition Le Roman de Tristan von Judith Weir. Die britische Komponistin, die insbesondere für ihre ausdrucksstarken Bühnenwerke bekannt ist, orientiert sich dabei an einer der frühesten französischen Versionen des Mythos, als dessen Autor der Dichter Béroul gilt. Musikalisch bewegt sie sich in ihren Kompositionen überwiegend in einer erweiterten Tonalität und bezieht häufig auch volksmusikalische Elemente ein. Musik verschiedener Epochen kontrastiert diese Uraufführung und verweist indirekt auf die Herkunft und die Essenz des Liebesdramas: Eine Chanson von Guillaume de Machaut huldigt der höfischen Liebe des Mittelalters, während Rakastava von Jean Sibelius die spätromantische Variante eines Liebesliedes darstellt. Die Kompositionen von Edvard Grieg und Veljo Tormis erweitern die Liebe schließlich zu einer nostalgischen Träumerei.

Wir erinnern hierbei außerdem an den Todestag von Veljo Tormis, der sich im Jahr 2027 zum zehnten Mal jährt. Tormis hinterließ ein Werk von über 500 Chorstücken und prägt damit nachhaltig Konzertprogramme, wie in dieser Saison auch das 2. Abonnementkonzert Über Brücken. Es steht außer Frage, dass dieser Abend mit der neuen Komposition von Judith Weir gleichfalls tief zu Herzen gehen wird.