Newsletter Juli 2021

RIAS Kammerchor Berlin - Newsletter Juli
Newsletter Juli 2021 
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Newsletter Juli
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
der Sommer ist immer eine besondere Zeit: die alte Saison geht zu Ende, die neue Saison kündigt sich an – es ist eine Zwischenzeit für uns. Die Freude, etwas bewältigt zu haben, geht Hand in Hand mit jener Freude, auf das, was kommt.
 
Mit großer Freude haben wir die aktuelle Saison mit einem Konzert in Wolfenbüttel beschlossen. Dieses Konzert war uns ein großes Anliegen, denn unbedingt wollten wir Michael Praetorius in seinem 400. Todesjahr die Ehre erweisen. Lesen Sie weiter unten, wie Sie das Konzert auch im Nachhinein noch erleben können.
 
In dieser Ausgabe erhalten Sie zusammengefasst alle wichtigen Informationen zur neuen Saison. Stöbern Sie gerne online durch unseren neugestalteten Konzertkalender oder blättern Sie unsere Saisonbroschüre gerne elektronisch durch, um sich in Stimmung zu bringen. Es ist uns gelungen, einige der diese Saison ausgefallenen Programme gleich im nächsten Jahr nachzuholen. Aber auch etliche neue Erlebnisse warten auf Sie, zum Beispiel die Reihe „Überirdisches“, mit der wir zur Reise ins All einladen. Eine besonders gute Nachricht: das Abonnement ist zurück! Profitieren Sie von unseren Vorzugspreisen und bleiben sie trotzdem flexibel. Mehr dazu gleich hier unter der Einführung.
 
Willkommen und Abschied: Wir gratulieren unserem Tenor Shimon Yoshida herzlich zum Bestehen seines Probejahrs. Der Chor hat einstimmig für seine Aufnahme gestimmt! Von Herzen danken möchten wir an dieser Stelle unserer Altistin Marie-Luise Wilke, die 38 Jahre im RIAS Kammerchor gewirkt hat. Nun geht sie in den wohlverdienten Ruhestand. Sie hat dem Chor nicht nur ihre Stimme gegeben, sondern auch ihr Engagement, sei es als Mentorin für die Studio-Sänger*innen oder in ihrer Tätigkeit als langjährige Vorständin. Lesen Sie in dieser Ausgabe, wie Marie-Luise Wilke auf ihre Zeit bei uns im RIAS Kammerchor zurückblickt, und was Shimon Yoshida in seinem Probejahr am meisten herausgefordert hat.
 
Erholsame Sommertage wünscht Ihnen
Ihr RIAS Kammerchor Berlin
 
 
Inhaltsverzeichnis
• Saison 2021-22 – Endlich wieder Gesang!
• Saisonabschluss in Wolfenbüttel
• „Weiter kann man nicht kommen“ – Altistin Marie-Luise Wilke über ihre 38 Jahre beim RIAS Kammerchor
• „Die Konzentration war unglaublich“ – Shimon Yoshida über seine größte Herausforderung
Saison 2021-22 – Endlich wieder Gesang!
Endlich wieder Konzerte erleben! Mit der Saison 2021–22 präsentieren wir Ihnen ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles und zu Herzen gehendes Programm. Besonders freuen dürfen Sie sich auf die beiden Konzerte der neuen Reihe „Überirdisches“ im Motorwerk und Kraftwerk, die den Blick auf die Schöpfung und das Universum lenken. Weitere Höhepunkte sind das Neujahrskonzert mit Händels Oratorium Judas Maccabaeus sowie die Uraufführung von Jüri Reinveres Die Vertreibung des Ismael mit Chefdirigent Justin Doyle am Pult. Mit der Messe in h-Moll von J. S. Bach feiern wir unsere 30 Jahre währende Freundschaft mit René Jacobs.
 
Hinzu kommen die beliebte Reihe der ForumKonzerte, die Sie vier Mal im Jahr an ungewohnte Konzertorte führt, sowie 22 Tournee-Konzerte und Gastspiele in Deutschland und Europa. Auch unser Education-Programm kann dieses Jahr wieder Fahrt aufnehmen mit u. a. einer Schulchorpatenschaft mit der John F. Kennedy School Berlin.
 
Einen vollständigen Überblick bietet Ihnen die elektronische Form unserer neugestalteten Saisonbroschüre. Klicken Sie auf das untenstehende Bild, um direkt zum PDF-Download zu gelangen.
 
M23
Sie möchten die Saisonbroschüre Mitte August in gedruckter Form nach Hause geschickt bekommen? Tragen Sie sich einfach im Bestellformular ein.
 
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Einen schnellen Überblick über alle Termine der kommenden Saison bietet Ihnen unser Konzertkalender.
 
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Der allgemeinen Vorverkaufstart ist Montag, 23. August 2021. Abonnent*innen können bereits ab dem 9. August Karten über unseren Besucherservice erwerben.
 
Sie möchten Abonnent*in werden? Alle Informationen zu unseren Vorzugspreisen erhalten Sie auf unserer Abo-Seite.
 
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Wir freuen uns schon ungemein, Sie ab September wieder im Konzertsaal begrüßen zu dürfen. Auf den Gesang!
 
Saisonabschluss in Wolfenbüttel
Gemeinsam mit der Capella de la Torre und Dirigent Florian Helgath durften wir am vergangenen Samstag in Wolfenbüttel das letzte Konzert dieser Saison vor Publikum präsentieren. Zum 400. Todestag von Michael Praetorius wurden Werke von ihm und seinen italienischen Zeitgenossen gesungen. Unser Konzert war ein Querschnitt aus unserer im Februar veröffentlichten und gefeierten Einspielung Praetorius & Italy.
 
Sowohl vor Ort als auch via Stream konnte unser Konzert genossen werden. Bernhard Schrammek gab die Einführung zum Konzert und erklärte Praetorius Wirken in Wolfenbüttel. Gemeinsam mit dem begeisterten Publikum wurde der Kanon Jubilate gesungen, das vorher auf der Plattform studio4culture anhand von Tutorials von Interessierten selbstständig einstudiert werden konnte.
 
Der Abend fand sein emotionales Finale in der Verabschiedung unserer Altistin Marie-Luise Wilke, die nach 38 Jahren den RIAS Kammerchor Berlin verlässt. Mit herzlichen Worten von Chordirektor Bernhard Heß wurde ihre unermüdliche Arbeit für das Ensemble gewürdigt.
 
Sie haben das Konzert verpasst oder möchten es erneut genießen? Deutschlandfunk Kultur sendet das Konzert am Sonntag, 4. Juli, um 20.03 Uhr. Auf studio4culture können Sie sich den Konzertmitschnitt kostenlos ansehen.
 
„Weiter kann man nicht kommen“ – Altistin Marie-Luise Wilke über ihre 38 Jahre beim RIAS Kammerchor
(c) Maxi Blasius
 
Foto: Maxi Blasius
Wie war es, in den 1980er Jahren als junge Frau aus dem beschaulichen Detmold in das politisierte West-Berlin zu kommen?
Der Umzug nach Berlin ist natürlich extrem aufregend gewesen, allerdings habe ich von Hausbesetzungen und der Politik wenig mitbekommen im Proben- und Konzertalltag. In meinem Viertel in Schöneberg haben eher ältere Menschen gelebt. Die Stimmung dort war also verhältnismäßig ruhig.
Auch von der Mauer habe ich mich daher nicht eingeschlossen gefühlt, die Schikanen der Ein-/und Ausreise nach West-Berlin einmal ausgeklammert. Die Reise durch die DDR war oft ein Abenteuer und besonders mit dem Auto zeitlich unkalkulierbar.
 
Wenn Du zum Ende Deiner Karriere auf den Anfang zurückblickst: Wieso hast Du Dich für den RIAS Kammerchor entschieden?
Eines Abends habe ich mit Freunden Aufnahmen verschiedener Rundfunkchöre
gehört, ohne zu wissen, welches Ensemble gerade singt. Eine der Aufnahmen sagte mir vom Klangbild besonders zu – und plötzlich hieß es: „Wenn du dort mitsingen möchtest. dann musst du nach Berlin.“ Da bin ich dann auch hin. Die Entscheidung, zum RIAS Kammerchor zu gehen hatte also nichts mit der Stadt zu tun, sondern nur mit der künstlerischen Qualität und dem Klang des Chores, der sehr nah an meiner eigenen Idealvorstellung von Chorklang lag. Natürlich wäre es einfacher gewesen, beispielsweise nach Köln zu gehen, doch hatte mich der Klang des dortigen Rundfunkchores einfach nicht überzeugt.
 
Was war die Quintessenz Deiner Zeit beim RIAS? Auf unserer Webseite steht, Dein Highlight war das A cappella Konzert von 11. März 2011. Gilt das auch 10 Jahre später noch?
Das A cappella Konzert mit Sigvards Kļava ist es immer noch und wird es auch immer sein. Die Chorleiter in Riga haben eine besondere Art und Weise, die Gruppe zu führen und stimmliche Extremlagen herauszufordern. Das haben wir 14 Tage lang gemacht, und es war total irre. Eines der Stücke von damals wird der RIAS Kammerchor im sechsten Abonnementkonzert der kommenden Saison singen – ein absolutes Muss!
 
Wie würdest Du Deine Arbeit beim RIAS beschreiben?
Sie ist genau das, was ich mir gewünscht habe. Was will ich mehr? Wenn man im RIAS Kammerchor singt – weiter kann man nicht kommen. Es gibt nichts mehr, was noch darüber liegt. Der hohe künstlerische und qualitative Anspruch ist immer dagewesen. Und auch nach fünf Dirigenten muss dieser Anspruch weiterhin gehalten werden. Die Messlatte war immer sehr hoch. Das gilt vor allem für moderne Musik. Der Lernprozess bei zeitgenössischer Musik ist unverhältnismäßig länger als der bei Barock oder Klassik. Zeitgenössisches Repertoire ist weitaus komplizierter, dementsprechend braucht man mehr Zeit und Geduld – mit sich und den Kolleg*innen. Jede*r im Chor hat sein Tempo. Es nützt nichts, zu versuchen, die anderen zu beschleunigen. Wenn es gut werden soll, muss jeder seinem eigenen Tempo folgen können. Und das ist hier beim RIAS Kammerchor immer möglich.
 
Marie-Luise Wilke im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur | Zur Biografie
 
„Die Konzentration war unglaublich“ – Shimon Yoshida über seine größte Herausforderung
Wie hast Du davon erfahren, dass Du Dein Probejahr beim RIAS Kammerchor Berlin bestanden hast und wie hast Du Dich in diesem Moment gefühlt?
Das war im Mai während einer Probe zum Strawinsky-Konzert. Der Chorvorstand verkündete vor allen, dass ich das Probejahr bestanden habe – angeblich war das Votum sogar einstimmig. Ich bin erst einmal ganz blass geworden, denn ich konnte die gute Nachricht gar nicht so schnell verarbeiten. Mein Kopf von den Strawinsky-Proben nämlich noch voller Russisch. Außerdem war ich überrascht, diese Nachricht so früh zu bekommen. Ich war fest davon ausgegangen, dass ich bis zum Saisonende für das Bestehen würde kämpfen müssen.
 
Was hat Dich im Probejahr am meisten herausgefordert?
Besonders die erste Hälfte von März bis August 2020 war schwierig für mich. Durch die Corona bedingten Konzertabsagen fürchtete ich, überhaupt keine Chance zu haben, mich vor meinen Kolleg*innen zu
beweisen. Wir haben uns in der Zeit auch alle weniger gesehen als sonst, wodurch es nicht immer leicht war, die Kolleg*innen besser kennenzulernen. Das Schöne war jedoch, dass ich viel Unterstützung bekommen habe, vor allem aus meiner Stimmgruppe. Die Tenöre haben mir immer gute Tipps gegeben, z.B. dass ich mich trauen kann, lauter zu singen. Sie haben mir sehr geholfen, meine Rolle innerhalb der Stimmgruppe zu finden.
 
Welches Konzerterlebnis aus dem Probejahr ist Dir am meisten im Kopf geblieben?
Es gab trotz der Absagen viele schöne Erlebnisse. Mit Stolz hat mich erfüllt, dass ich als Probemitglied oft ein Solo singen durfte. Als Bach-Fan war es für mich beispielsweise eine besondere Ehre, in der Leipziger Thomaskirche ein Solo singen zu dürfen. Am meisten berührt hat mich aber unser Auftritt im Oktober in der Marienkirche am Alexanderplatz. Wir haben dort Frank Martins Messe für Doppelchor mit einer unglaublichen Konzentration gesungen, die mir Gänsehaut gemacht hat. Kurz vor dem zweiten Lockdown konnte man spüren, dass jeder in diesem Konzert sein Bestes geben wollte. Ich erinnere mich sehr gut daran, wie ich nach dem Konzert dachte: Ich bin sehr stolz und froh, Teil eines so professionellen Chores zu sein.
 
Zur Biografie
Der RIAS Kammerchor im Radio
SA 3. Juli 2021
17.04 Uhr

   
Vesper
Praetorius: Meine Seele erhebt den Herrn
 
WDR 3
FR 9. Juli 2021
09.01 Uhr

   
Klassik Forum
Beethoven: Chorfantasie op. 80
 
 
WDR 3
FR 23. Juli 2021
09.05 Uhr

   
Klassik Forum
Delius: To be Sung of a Summer Night on the Water
 
WDR 3
 
RIAS Kammerchor Saison 2017-18 (c) Matthias Heyde
 
rias-kammerchor.de
 
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