Hotel Europa Berlin-Konzert

Arnulf Herrmann zählt derzeit zu den innovativsten Komponist*innen in Deutschland. Sein Werkverzeichnis umfasst eine Vielzahl von Gattungen, darunter die beiden Opern Wasser (2012) und Der Mieter (2017), Werke für großes Orchester mit und ohne Gesang, aber auch Kammermusik, Liederzyklen und Stücke für Soloinstrumente. Häufig ist in seiner Musik eine Gestaltung mit Themen zu finden, die er selbst als „Interaktionsfiguren“ bezeichnet und in vielfacher Weise entwickelt, variiert oder auch verfremdet. Als Arnulf Herrmann 2010 den Förderpreis Komposition der Ernst von Siemens Musikstiftung erhielt, wurde seinem Schaffen das „Zusammenspiel von unmittelbarer Physis der Klänge und ihrer Einbettung in übergeordnete Zusammenhänge“ sowie „eine unmittelbare Präsenz und Plastizität“ bescheinigt, verbunden mit der „Lust am Unerwarteten“.

Für den RIAS Kammerchor Berlin hat Arnulf Herrmann die Komposition Hotel Europa geschrieben, die an diesem Abend uraufgeführt wird. Das Werk für Chor und neun Instrumente basiert textlich auf der Lyrik von vier Schriftsteller*innen aus unterschiedlichen europäischen Ländern: Von Kamil Bouška aus Tschechien stammt das Gedicht Haus, von der britischen Dichterin Sasha Dugdale Chor im Morgengrauen, die Portugiesin Golgona Anghel trug Verse mit dem Titel Privat bei und der österreichische Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur Klaus Händl ist mit Winterzimmer vertreten.

In der ersten Konzerthälfte wird der RIAS Kammerchor Volkslieder aus den Herkunftsländern einzelner Chormitglieder singen, so unter anderem aus Argentinien, Österreich, Irland, Japan und Südafrika. Chefdirigent Justin Doyle: „Wir reden oft davon, dass Musik eine internationale Sprache ist, die alle Barrieren überwinden kann. Aber wenn wir uns nicht die Mühe machen, die Lieder der anderen kennenzulernen und an der Kultur der anderen teilzuhaben, werden wir diese Sprache nie richtig nutzen können.“

Das Konzert wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet.