Matthäus-Passion Berlin

RIAS Kammerchor

Do 06. April 2023, 20.00 Uhr

Philharmonie Berlin, Großer Saal

Sonderkonzert

Johann Sebastian Bach "Matthäus-Passion" BWV 244

Patrick Grahl Tenor

Dominic Barberi Bass

Julia Sophie Wagner Sopran

Benno Schachtner Altus

Benjamin Glaubitz Tenor

Konstantin Krimmel Bass


Akademie für Alte Musik Berlin

Justin Doyle Dirigent



Erst drei Jahre zuvor hatte Johann Sebastian Bach mit seiner Johannes-Passion einen neuen Maßstab für oratorische Passionsaufführungen in Leipzig gesetzt, da übertraf er sich 1727 mit der Matthäus- Passion selbst noch einmal: Mit ihrer monumentalen Dauer, Besetzung und Kunstfertigkeit sprengte sie alle Erwartungen an die Gattung wie auch an das Amt des Thomaskantors. Mit der doppelchörigen Anlage des Werks schuf Bach sich große Gestaltungsmöglichkeiten, die sich vor allem in der Wucht der Turba-Chöre wie auch im versöhnlich Bekennenden der in Einigkeit erklingenden Choräle verwirklichen. Die biblischen Schilderungen und die theologisch wie poetisch fein ausgefeilten Sequenzen der freien Dichtung von Christian Friedrich Henrici, heute besser bekannt unter dem Pseudonym Picander, finden ihre Entsprechung in Bachs einzigartiger Anwendung der Praktiken der musikalischen Rhetorik. Und das alles entgegen der Skepsis der Kirche gegenüber solcherart Affektexpressionen – welch ein Glück, dass Bach nicht an sich halten konnte.

EN With his Passion according to St John three years earlier, Johann Sebastian Bach had set a new benchmark in concerted passion settings in Leipzig; an achievement he surpassed with his St Matthew Passion setting in 1727. With its monumental proportions, scoring and craftsmanship it exceeded all expectations both in terms of the genre and of the role of Thomaskantor. The double-choir provided Bach with a huge range of expressive possibilities, both in the sheer force of the crowd choruses and the chorales’ intimate confession of faith. The conflation of biblical narrative and theological poetry in Picander’s libretto is met with Bach’s unique application of musical rhetoric. All this in the face of the Church’s sceptical attitude towards this sort of expression; how fortunate for us that Bach could not restrain himself.