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Die Melancholie in Mendelsohns Chormusik

unbekannt, Welt Online, 12.11.2008

…diszipliniert [feine] Klanglichkeit dieser Sängerschar, die unter ihrem gegenwärtigen Dirigenten Hans-Christoph Rademann ein noch höheres Qualitätsniveau erklommen hat.“

Mendelssohn: Chorwerke (harmonia mundi) - Die Menschen wollen und können kaum noch selbst singen, und unbegleitete Chorstücke scheinen erst Recht als ein hoffnungsloser Anachronismus. Und doch geht da ein wohliges Ziehen durchs Gemüt, hört man nun dem RIAS-Kammerchor bei seiner Auswahl weltlicher Mendelssohn-Lieder zu. Das liegt nicht an der diszipliniert feinen Klanglichkeit dieser Sängerschar, die unter ihrem gegenwärtigen Dirigenten Hans-Christoph Rademann ein noch höheres Qualitätsniveau erklommen hat. Diese scheinbar eskapistischen, bisweilen frömmelnd, gar sentimental anmutenden Lieder künden vielmehr von selbst damals schon weitgehend entschwundenen Paradiesen. Die Landflucht der Stadtbewohner im Lied, so klangrein beschworen, bekommt fast immer einen melancholisch geschärften Trauerrand.

 

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