Zweieinhalb Stunden ländliche Idylle und Naturschilderung können ganz schön lang werden.
Dem arbeiteten Andrew Manze und das DSO durch farbige Gestaltung und Auskosten der vielen fantasiereichen Ideen Haydns entgegen. Endlich einmal verstand man bei allen Solisten jedes Wort. Hinzu kam, vor allem bei den beiden Herren, lustreicher Wille zur Gestaltung. Der RIAS-Kammerchor war einmal nicht ätherisch kammermusikalisch präsent, sondern auch angemessen, oft mit elementarer Wucht. Vielleicht sollte man das Werk als grüne und antikapitalistische Utopie begreifen, dann glaubt man vielleicht auch an die Möglichkeit unbeschwerten Paar-Lebens, wie es uns Lukas und Hanna vor Ohren führten. Allerdings müsste dann auch ein Augenzwinkern dabei sein, was der ganzen Aufführung fehlte.