Presse  /  Presseecho  /  2007  /  Philharmonie Berlin: Mauricio Kagel
  Suche  
|  Kontakt  | Newsletter
 

Philharmonie Berlin: Mauricio Kagel

Clemens Goldberg, Kulturradio am Morgen, 28.11.2007

"Die musikFabrik und der Rias-Kammerchor waren (...) ideale Interpreten."

Mauricio Kagel gelingt etwas, was in zeitgenössischer Musik allzu selten ist: er komponiert witzig, raffiniert und unterhaltsam ohne seicht zu werden. Seine besondere Liebe gilt genauso der Sprache und ihren Melodien wie der Musik, er schafft aus beiden ein einzigartiges Amalgam.

Die musikFabrik und der Rias-Kammerchor waren unter der inspirierten Leitung von James Wood (Kagel selbst war leider erkrankt) ideale Interpreten. Jede Schattierung, jeder Rhythmus waren prägnant umgesetzt. Besonders gelungen wurden die Reim-Echos eines Kageltextes in Verborgene Reime präsentiert, äußerst engagiert die Schlagzeuger Dirk Rothbrust und Thomas Meixner, die mit dem Chor und miteinander wirklich kommunizierten.

Etwas in die Jahre gekommen ist dagegen die melodramatische Umsetzung eines existentiellen und verstörenden Textes von Schumann, Mitternachtsstück mit Hildegard Behrens als Rezitatorin. Dass eine solche Aufgabe etwas anderes ist als Gesang wurde hier manchmal bewusst. Die Fragen nach Leben und Unsterblichkeit, gemixt mit einer leicht erotischen Beziehung zwischen einem "Prinzen" und seinem Freund, sind in eklatantem Widerspruch zu rein illustrierender Musik gesetzt. Vielleicht sollte aber auch Ironie die Antwort auf die Lebensfragen sein. Ist nicht das ganze Leben ein "unauflöslicher Septakkord" (Schumann)?

 

Presseecho Archiv


 
Rundfunk Orchester und Chöre (gemeinnützige) GmbH Berlin