
„Hätte auch dieser große Meister der Tonkunst nicht so viele vollendete Werke in jedem ihrer Fächer geliefert, so würden diese herrlichen Überbleibsel allein ein hinreichendes Monument seines unerschöpflichen Geistes sein.“
Gewiss, Constanze Mozart war nicht ganz unbefangen, als sie im März 1800 dem Leipziger Verlagshaus Breitkopf und Härtel einige Kompositions-Fragmente anbot, die sich im Nachlass ihres Wolfgang Amadeus gefunden hatten. Dass sie mit ihrem Urteil aber keineswegs falsch lag, bewies der RIAS-Kammerchor unter Daniel Reuss im Konzerthaus mit einem Mozart-Raritäten-Programm.
Da ist die Schauspielmusik zu „Thamos, König in Ägypten“, einem durchgefallenen Drama, aus dem ein findiger Zeitgenosse Teile rettete, indem er sie mit lateinischem Text versah und der Kirche als „geistliche Hymnen“ unterjubelte. In Wahrheit handelt es sich um herrlich suggestive Bühnenmusik. Genau das Richtige für die inspiriert aufspielende Akademie für Alte Musik. Absolut auf der Höhe zeigt sich Mozart auch in der 1776 komponierten Palmsonntags-Kantate KV 243: geschickt gespickt mit kleinen Tonsetzer- Sünden, um den ungeliebten Arbeitgeber, Graf Colloredo, zu ärgern. Die RIAS-Profis beeindrucken durch einen vollendet gerundeten Mischklang, zeigen sich mal als Rokoko-Engelschor, mal als himmlische Heerscharen. Und Carolyn Sampson an der Spitze des Solistenquartetts lässt ihren Sonnensopran aufstrahlen: Herzen erwärmend.
RIAS Kammerchor, Charlottenstraße 56, 10117 Berlin, Germany
Tickets Telefon: +49.30.20298725 - Mo-Fr 9-18 Uhr, E-Mail: tickets@rias-kammerchor.de, www.rias-kammerchor.de
