René Jacobs wurde in Gent geboren, wo er im Knabenchor des Domes sang. Nach dem Klassik- und Gesangsstudium in Brüssel setzte er seine Ausbildung in Den Haag fort. Die Gebrüder Kuijken, Alfred Deller und Gustav Leonhardt ermutigten ihn, sich zum Countertenor zu spezialisieren. Innerhalb weniger Jahre profilierte er sich als herausragender Meister seines Faches und trat in der ganzen Welt als Solist auf.
Da ihn das noch unerschlossene Barockrepertoire faszinierte, gründete er 1977 das Concerto Vocale. Seine dirigentische Begabung ermöglichte es ihm, Opern von Monteverdi, Cesti, Cavalli, Gluck und Händel an allen großen Bühnen Europas und Japans zu dirigieren. Die meisten dieser Aufführungen wurden auf Tonträgern festgehalten und erhielten mehrere hohe Auszeichnungen. Im Jahre 1991 wurde René Jacobs zum künstlerischen Leiter des Opernprogramms der Innsbrucker Festspiele gewählt. Seinen Monteverdi-Zyklus schloss er 1993 mit einer Aufführung von Orfeo bei den Salzburger Festspielen ab. Seine besondere Leidenschaft gilt der venezianischen Oper. Höchsten Ausdruck fand sein Engagement dafür in der Inszenierung von La Calisto, die vor kurzem am Théâtre de la Monnaie in Brüssel stattfand und die international als wahrer Triumph gefeiert wurde. Sie wurde auch in Berlin, Barcelona, Lyon und Montpellier gezeigt. Als erster Gastdirigent und künstlerischer Berater für alte Musik der Berliner Staatsoper hat René Jacobs gerade Telemanns Orpheus und Gassmanns Opera Seria herausgebracht, jeweils mit großem Erfolg.
In der Saison 1996/97 wurde er vom Schwetzinger Festival und der Nationale Reisopera in den Niederlanden eingeladen, seine erste Mozartoper zu dirigieren. Er entschied sich für Così fan tutte und war damit so erfolgreich, dass die Inszenierung noch im gleichen Jahr an der Berliner Staatsoper gezeigt wurde.
René Jacobs wird 1999 auch Reinhard Keisers Croesus (Berlin, Januar), Cavallis La Calisto (Wiederaufnahmen im März und April in Lyon und Montpellier), Monteverdis Orfeo (im April in Paris am Théâtre des Champs Elysées und im Juni an der Brooklyn Academy of Music), Cestis L’Argia (im Oktober in Paris am Théâtre des Champs Elysées) sowie Rameaus Castor et Pollux (im Dezember in Basel) dirigieren. René Jacobs lehrt an der Schola Cantorum Basiliensis.






