Der weithin als führender Vertreter der zeitgenössischen Musik anerkannte Stefan Asbury wird immer häufiger von wichtigen Orchestern, Ensembles und Festspielen als Gastdirigent verpflichtet. Er ist musikalischer Leiter des Remix Ensemble Casa da Musica in Porto (Portugal), einem im Rahmen von Porto 2001 gegründeten Ensemble für zeitgenössische Musik, mit dem er in den letzten vier Spielzeiten neue Werke in Auftrag gegeben und die Programmgestaltung mit einer neuartigen Mischung aus Jazz, Film und Musiktheater bereichert hat. Seit 1995 gehört er zum Lehrkörper des Tanglewood Music Center, wo er von 1999 bis 2002 die Position eines Associate Director of New Music Activities innehatte.
Zu den jüngsten Höhepunkten zählen ein Konzert mit Musik von Louis Andriessen bei den Berliner Festwochen mit der musikFabrik, sein Debüt beim Festival Wien Modern mit dem Radio Symphonie Orchester Wien und dem Klangforum Wien (mit dem er Wolfgang Rihms Jagden und Formen aufführte), Auftritte mit dem SWR Stuttgart bei den Schwetzinger Festspielen und für eine Fernsehproduktion von Strauss’ Also sprach Zarathustra sowie sein drittes Gastspiel in Folge beim jährlichen Ultima Festival in Oslo, wo er das Norwegische Rundfunksinfonieorchester dirigierte. Im April 2003 eröffnete er mit dem ASKO Ensemble ein Filmmusik-Festival des Niederländischen Filminstituts im Amsterdamer Concertgebouw und dirigierte dabei die niederländische Premiere einer von Alfred Schnittke komponierten Musik für einen Stummfilm. Anschließend leitete er zur Eröffnung des South Bank’s Ether Festival die London Sinfonietta in Zusammenarbeit mit der Firma Warp Records. Zu den künftigen Verpflichtungen zählen weitere Dirigate beim WDR Köln und Konzerte mit der NDR-Radiophilharmonie Hannover, dem SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg (u. a. mit Musik von Schreker, Schönberg und Dallapiccola) sowie mit dem RIAS Kammerchor in der Berliner Philharmonie. Asbury arbeitet regelmäßig mit dem Ensemble Modern zusammen, mit dem er in jüngster Zeit Konzerte auf der Biennale in Venedig, eine Residency in der Cité de la Musique in Paris und ein Kirchentagskonzert in der Berliner Philharmonie absolvierte. Im Oktober 2003 dirigierte er Rihms Jagden und Formen in Baden-Baden.
Stefan Asbury hat Opern- und Ballettaufführungen an der Oper Lyon sowie Produktionen mit dem Niederländischen Tanztheater und der Opera North in Großbritannien dirigiert. Er erhielt 1994 den BMW-Musiktheaterpreis für die musikalische Leitung der Premiere von Rob Zuidams Oper Freeze auf der Münchner Biennale und dem Holland-Festival. Die neue Oper Rage d’amours dieses Komponisten dirigierte er 2003 in Tanglewood. Zu nennen sind des Weiteren die Premieren der Melodias Estranhas von António Chagas Rosa in Porto und Rotterdam und eine Neuinszenierung von Sir Harrison Birtwistles Oper Punch and Judy. Die Saison 2002/03 endete mit einer konzertanten Aufführung von Judith Weirs Kammeroper Blond Eckbert mit dem NDR Hamburg. Geplant sind u. a die Welturaufführung von Johannes Maria Stauds Berenice auf der Münchner Biennale und den Berliner Festwochen 2004 und von Jan Van Vlijmens Thyeste mit dem Théâtre de La Monnaie in Brüssel und der Dutch Touring Opera im Jahr darauf. Er wird zudem im Sommer 2004 in Tanglewood Brittens Midsummer Night’s Dream dirigieren.
Seine unlängst mit dem Ensemble Intercontemporain eingespielte CD mit Musik von Jonathan Harvey wurde mit dem Preis “Choc” der Fachzeitschrift Monde de la Musique ausgezeichnet. Zu seiner Diskographie gehören Werke von Isang Yun mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin, Werke von Elliott Carter mit dem Ensemble Sospeso sowie musikalische Porträts von Philip Cashian mit der Birmingham Contemporary Music Group und von Rebecca Saunders mit der musikFabrik. Seine Aufnahme von Griseys Les Espaces Acoustiques mit dem Orchester des WDR Köln und dem Asko Ensemble soll bei Kairos erscheinen.
Stefan Asbury erhielt Stipendien für die Universität Oxford, das Royal College of Music und 1990 für das Tanglewood Music Center als Empfänger der Leonard Bernstein Fellowship. Neben seiner Tätigkeit in Tanglewood sind auch seine Nachwuchsarbeit in Australien, die Leitung des 2000 Easter Course for Australian Youth Music in Canberra und die Vorbereitung eines gemeinsamen Orchesters der schweizerischen Musikhochschulen auf das Festival Archipel in Genf zu nennen. In Miami dirigierte er das New World Symphony Orchestra. In dieser Saison dirigiert er Studenten der Carl Nielsen Musikakademie in Odense und der Königlichen Akademie in Kopenhagen im Rahmen des Festivals “Musikalische Ernte”. Anfang 2005 beteiligt er sich an einem Projekt des Genfer Konservatoriums.






